Eine Urban Fantasy-Reihe voller Geheimnisse, Magie und Herzschmerz.
Der Verrat bildet den dramatischen Höhepunkt der Reihe Can I trust You. Philina steht an einem Wendepunkt: Liebe und Freundschaft prallen auf Geheimnisse, gebrochene Versprechen und den schmerzhaften Verlust von Vertrauen. Zwischen Hoffnung und Verzweiflung muss sie herausfinden, wem ihr Herz wirklich gehört – und ob die Wahrheit stark genug ist, um den Verrat zu überleben. Eine mitreißende Urban Fantasy über Vertrauen, Selbstfindung und die Macht der Liebe.
Elodie wird gesucht und Yannis ist irgendwo in den Fängen von Blackthorn gefangen. Philina fühlt sich machtlos
und hat keine Ahnung, was sie tun soll. Dennoch überwindet sie ihre Ängste, um diese schreckliche Situation
zum Guten zu wenden.
Doch als ihr klar wird, dass sie vielleicht die einzige ist, die Elodie finden und Yannis retten kann, trifft
sie einen folgenschweren Entschluss...
Sie ahnt nicht, dass die Dämonen aus Elodies Vergangenheit kurz davor sind, sie einzuholen und sie diejenige ist,
die Elodie und ihre Freunde ins Verderben oder in Sicherheit führen kann. Schon bald steht Philina vor der
schlimmsten Entscheidung, die sie jemals treffen musste...
Kann sie alle retten?
Tief atmete ich ein. Dann ließ ich die Luft wieder langsam aus meiner Lunge strömen. Wieder Luftholen. »Komm schon. Du kannst das.« Ich hob eine Hand, streckte einen Finger aus. Er zitterte schrecklich. Wahrscheinlich nicht nur er, aber meine Gedanken waren jetzt schon betäubt. »Komm schon!«
Erneut sog ich tief Luft in meine Lunge. Dann drückte ich auf die Klingel und hörte im Haus die Melodie irgendeiner klassischen Oper. Wer hatte ihnen denn gerade dieses Lied als Klingelton eingestellt? Aber egal. Darum ging es gerade wirklich nicht.
Ich hörte Schritte und im nächsten Moment wurde die Tür von einem Soldaten mit finsterer wie gelangweilter Mine geöffnet. »Ja?«, wollte er wissen. Ich richtete mich auf, drückte den Rücken durch und räusperte mich, ehe ich sagte: »Ich möchte mit unseren Gästen sprechen.« Der Soldat musterte mich, hob leicht die Brauen und machte dann einen Schritt zur Seite, sodass ich die schmale Diele betreten konnte.
»Die sind im Wohnzimmer. Wir behalten alles im Auge.« Ich nickte seine Worte ab. Ich würde also nicht allein mit ihnen sein. Gut. Das machte es zumindest ein bisschen leichter, durch den Flur bis zum Wohnzimmer zu gehen.
An der Tür blieb ich erneut stehen, atmete tief durch. Dann riss ich mich zusammen und betrat den hellen Raum. Der Fernseher lief und zeigte… Eine Zeichentrick-Kinderserie? Okay… Ich war kurz von diesem Fakt abgelenkt, doch dann spürte ich den Blick, der auf mir lag und sah in die viel zu dunklen Augen. Augenblicklich machte ich einen Schritt zurück. Ganz automatisch. Da konnte ich überhaupt nichts gegen tun. Er machte mir eben Angst!
»Challo«, sagte er da mit rauer Stimme und starkem Akzent. »Philina, richtig?« Seine Augen schienen mich zu durchleuchten. Ich stand da und klammerte mich an den Türrahmen, versuchte mein rasendes Herz unter Kontrolle zu bekommen. Ein Nicken brachte ich zustande, doch Worte wollten meinen Mund gerade wirklich nicht verlassen. Stattdessen wollte mein Körper einfach so schnell wie möglich weglaufen. Allan legte den Kopf leicht schief. »Ich nicht Gefahr.« Er sollte keine Gefahr sein? Na, ich weiß ja nicht…
»Ich muss mit dir reden«, kam es mit bebender Stimme dann doch endlich aus meinem Mund. »Über Elodie.« Kurz meinte ich ein Stirnrunzeln zu sehen, doch dann nickte er und deutete auf den Sessel. Als ich nicht reagierte, fragte er: »Setzen?« Er bot mir einen Platz an? Hatte Yannis ihm Manieren beigebracht?
Es dauerte etwas, bis sich meine Beine bewegen wollten, doch dann schaffte ich es, mich auf den Sessel zu setzen. Allan schien zu lächeln. Doch so ganz sicher war ich mir nicht. Mehrfach atmete ich tief durch, konzentrierte mich auf mein Ziel. »Elodie ist weg.«
Allan legte den Kopf schief. »Weg?« Verstand er das Wort nicht oder glaubte er mir nicht? Es war unmöglich zu sagen. Ich nickte und versuchte es nochmal mit anderen Worten: »Sie ist nicht mehr an diesem Ort. Sie ist ausgebrochen.«
Dass Allan jetzt wirklich eindeutig lächelte, machte die Situation irgendwie noch gruseliger. Er beugte sich etwas vor. »Sie frei?« Bitte? Ich presste mich gegen den Sessel. Sein Blick huschte über mein Gesicht, suchte wohl Antworten.
Ich räusperte mich. »Sozusagen. Sie wird gesucht. Gejagt.« Das Lächeln verschwand. Allan senkte den Kopf, schien fast schon traurig. Was hatte er denn erwartet?
»Jurida?« Allans Kopf drehte sich um hundertachtzig Grad, was mir die Galle in den Mund trieb. Das sah so gruselig aus! Dann sprach er in seiner harten Muttersprache: »Eranna wird gejagt.« Ich hörte ein Fauchen, das fast wie eine Katze klang. Was zum… Dann eine mir fremde Sprache. Sie klang mehr wie ein Zwitschern als wie Worte. Kurz darauf hörte ich ein Flattern und sah ein Wesen, das ich mir nie hätte vorstellen können. Es war ansatzweise wie ein Mensch gebaut, von dichtem Fell überzogen, besaß die Ohren und den Schwanz einer Katze und aus dem Rücken sprossen Libellenflügel. Gekleidet war das Wesen in eine Art gewickeltes Leder. Und es war nicht größer als sechzig, siebzig Zentimeter. Es flog zu uns hinüber und ich wollte schon wegrennen oder schreiend die Arme über meinen Kopf heben, um mich vor einem Angriff zu wappnen, doch da landete es auf der Armlehne des Sofas. Es setzte sich im Schneidersitz und sah mich aus böse funkelnden Katzenaugen an.
»Sie ist keine Gefahr und hat nichts damit zu tun«, fuhr Allan auf seiner Sprache fort. Wieder erklang das Zwitschern und dieses Mal sah ich, dass es von dem Katzen-Libellen-Wesen kam. Allan zuckte leicht mit den Schultern und sah dann mich an. »Jurida wissen möchte, was passiert.« Er beherrschte unsere Sprache wirklich schon ganz gut. Die Reihenfolge der Wörter stimmte noch nicht ganz, aber ansonsten…
»Sie ist verschwunden. Über Nacht«, erklärte ich. »Und jetzt muss ich wissen, wie ich sie finden kann.« Allan übersetzte für Jurida. Ich konnte noch gar nicht glauben, dass es sich bei ihr tatsächlich um ein denkendes Wesen handelte. Aber gut. Man sollte nicht vom Äußeren aufs Innere schließen. Sie zwitscherte wieder etwas und Allan nickte. Dann sah er mich an und meinte: »Sie nie weit weg. Sie kommen zurück.«
»Aber ich muss sie jetzt finden. Wie mache ich das?« Ich wippte unruhig mit dem Bein und rieb mir die schweißnassen Hände an der Hose ab. Allan zuckte mit den Schultern, meinte: »Wenn sie gesagt nicht, du sie finden nicht.« Verdammt!
»Sie hat etwas hinterlassen«, sagte ich zögerlich. Wie viel konnte ich sagen, ohne gleich wieder in einem Verhör zu landen? Dieses Gespräch wurde sicher mitgehört.
Allan nickte. »Dann sie du will… dann sie will du finden sie.« Okay? Ich zögerte und kaute auf meiner Lippe herum, dann fragte ich: »Und wenn sie einfach weg ist? Was macht dich so sicher, dass sie wieder zurück kommt?«
»Sie Esmo nicht zurücklassen.« Er lächelte leicht. Stirnrunzelnd sah ich ihn an. Esmo war ihr sehr wichtig, das hatte ich sehr eindrücklich erlebt. Dann würde sie also für ihn zurückkommen. Das ließ mich hoffen. Allan musterte mich. »Wieso du sie finden wollen?«
Ich seufzte. »Weil Yannis wegen ihr gefoltert wird.« Erstaunt sah ich den Schrecken über sein Gesicht gleiten. Seine Augen wurden ganz groß. Dann fragte er mit zitternder Stimme: »Yannis sie tun weh?« Ich nickte und seufzte erneut. Es war jetzt schon so viele Tage her und es gab immer noch kein Lebenszeichen von ihm. Dad versuchte alles, doch bisher ohne Erfolg.
Ich hatte ihm von Elodies Nachricht erzählt und er hatte Rick davon berichtet, wollte aber lieber nichts an die Soldaten weitergeben. Er befürchtete, dass sie Elodie nicht einfach so zurückbringen, sondern töten würden. Also mussten wir echt vorsichtig sein. Rick hatte versprochen zu sehen, was er tun konnte. Ich war mir sicher, dass die Gruppe rund um Samuel den Wald durchsucht hatten. Doch Elodie war immer noch nicht aufgetaucht. Also fanden sie sie wohl nicht.
Erschrocken zuckte ich zusammen, als Allan wütende Worte auf seiner Sprache brüllte, die ich nicht kannte. Ich drückte mich noch mehr gegen die Rückenlehne des Sessels. Vielleicht hatte ich mein Glück genug für einen Tag herausgefordert?
Allan hörte auf zu brüllen und vergrub stattdessen das Gesicht in den zitternden Händen. Jurida legte eine Hand auf seinen Arm, was irgendwie super seltsam aussah, da er ein Riese und sie ein zierlicher Zwerg war. Er atmete tief durch und sah mich dann wieder an. »Wie wir helfen können?«
Ich zuckte mit den Schultern. »Sie wollen Elodie.« Er zögerte, hakte dann nach: »Und was sie mit ihr machen?« Tja… und da haben wir das Dilemma… Meine Schultern sanken herab und die Luft entwich meiner Lunge. Allan musterte mich besorgt. »Sie ihr wollen weh tun.« Es war keine Frage. Dennoch nickte ich. Augenblicklich fluchte er erneut und ließ mein Herz damit einen Marathon rennen. »Warum sie so böse? Wir getan nichts!«, rief er im nächsten Moment aus.
»Aber ihr werdet mit dem Phänomen in Verbindung gebracht. Ihr werdet als gefährlich eingestuft. Gerade Elodie. Und sie hat nie kooperiert.« Nervös sprudelten die Worte aus mir heraus.
Allan sackte in sich zusammen. »Wir doch nur geflohen. Wir nichts getan. Wir nur Angst. Ihr gruselig. Wir nur wollen leben.« Das klang schrecklich traurig und unfair. Doch inwieweit stimmte das alles? Und…
»Was habt ihr mit dem Phänomen zu tun? Habt ihr das Erdbeben erzeugt?« Vielleicht ließen sie ja Elodie und Yannis in Ruhe, wenn sie die Antworten bekamen, die sie brauchten…
Allan wechselte einen Blick mit Jurida. »Wir geflohen.« Ja, das wusste ich schon. Aber was noch? Er zögerte. Jurida zwitscherte, woraufhin er den Kopf schüttelte. Dann sah er mich an. »Wir Phänomen nicht kennen. Erde bei uns nicht gebebt.« Verdammt!
»Aber es ist genau da passiert, als ihr angekommen seid.« Ich rutschte nervös auf dem Sessel herum und sah die beiden flehend an. Sie mussten doch etwas wissen. Irgendetwas! Ich brauchte nur genug, um Yannis befreien zu können.
»Quirn Portal geöffnet.« Allans Worte verwirrten mich, dennoch spürte ich, dass es wichtige drei Worte waren. Den Namen hatte doch auch Elodie schon erwähnt. Aber was für ein Portal?
»Sprich weiter«, forderte ich Allan auf. Der schien zu überlegen. Ob er nach den richtigen Worten suchte oder einfach nicht sicher war, was er mir erzählen wollte, konnte ich unmöglich sagen. Schließlich sagte er: »Er Mevin. Mevin stark, Verbindung noch stärker. Kaputte Verbindung. Sie nicht reparieren kann. Er Loch in Welt. So wir fliehen konnten. Esmo kennt Details.« Mein Gehirn brauchte etwas, um alles zu verarbeiten.
Ich fuhr mir übers Gesicht und kaute auf meiner Lippe herum. »Esmo ist immer noch im Koma. Er kann gar nichts sagen oder erklären.« Allan sackte in sich zusammen, murmelte auf seiner Sprache etwas, das klang wie: »Eranna könnte ihn retten…« Wer war das denn jetzt schon wieder? Oh man… das waren zu viele Informationen ohne Zusammenhang!
»Loch in die Welt…«, nahm ich einen Punkt auf. »Meinst du damit das Portal?« Allan zögerte, dann nickte er. Okay… wenn ich das richtig verstand, hatte sich einer geopfert und dadurch ein Loch in die Realität ihrer Welt gerissen? Das klang so was von absurd. Aber was wusste ich schon? Ich hätte auch nie gedacht, dass es solche Wesen wie die beiden vor mir geben könnte. Also warum sollte es nicht jemanden geben, der die Realität zerreißen konnte und damit einen Weg von seine in unsere Welt erschuf?
»Ist das Portal immer noch offen?«, sprach ich da einen schrecklichen Gedanken an. Wenn ja, hatten wir womöglich ein verdammt großes Problem. Allan wechselte einen Blick mit Jurida, dann zuckte er mit den Schultern und meinte: »Wir wissen nicht. Wir ohnmächtig und dann weg.« Verdammt!
»Okay, danke. Ich muss dann jetzt.« Diese Information sollte dringend an König Lucius von Sheringford gehen. Er würde dafür sorgen, dass alles überprüft und gesichert werden würde. Sorry, Yannis, aber leider geht das Überleben unserer Welt vor…
Ich sprang auf und ignorierte Allans und Juridas verwirrte Blicke. Dafür blieb keine Zeit.
Nervös saß ich eine Stunde später auf unserem Sofa und wartete auf irgendeine Rückmeldung. Ich hatte alle Informationen an den König weitergeleitet. Er hatte sich bedankt und mich gebeten, zuhause zu warten. Er wollte alles überprüfen. Und so hockte ich jetzt hier und fürchtete jeden Moment eine Invasion, auch wenn die eigentlich schon längst hätte passieren müssen. Seit die vier angekommen waren, war schon fast ein Jahr vergangen. Wenn das Portal wirklich noch offen war, hätten etwaige Monster es doch schon längst genutzt, oder?
Tja, und während ich da so saß und mir Sorgen machte, versuchte ich gleichzeitig noch irgendwie einen Weg zu finden, Yannis zu befreien. Ich mochte mir gar nicht vorstellen, was er gerade durchmachte. Leider war bisher meine einzige Idee, Elodie auszuliefern. Und dann wäre sie es, die Schmerzen erleiden musste. Wahrscheinlich noch schlimmere als Yannis. Oder? Wer weiß, was diese Leute taten, um an die Informationen zu kommen, die er ihrer Meinung nach hatte. Aber er wusste doch nichts! Oder? Vielleicht hatte er Elodie ja wirklich geholfen? Würde er so etwas tun?
»Verdammt nochmal!« Ich schlug mir gegen den Kopf. Meine Gedanken sollten endlich Ruhe geben! So kam ich doch auch nicht weiter und machte nur mich verrückt. Seufzend vergrub ich das Gesicht in den Händen. Alles wird gut. Das hatte mein Vater mir in letzter Zeit so oft gesagt. Doch irgendwie fühlte es sich ganz und gar nicht so an. Im Gegenteil… Und allmählich glaubte Luc uns auch nicht mehr, dass sein großer Bruder wegen seiner Arbeit verreisen musste. Er wusste, dass er sich verabschiedet hätte… Aber etwas anderes war uns als Erklärung leider nicht eingefallen.
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Can I trust you - Philina & Elodie
Sammelband: Band 1-3
Queere Coming-of-Age-Fantasy-Geschichte: Eine junge Frau zwischen Herzschmerz, Selbstzweifel und einer Welt, die plötzlich Kopf steht. Doch was, wenn Magie, Geheimnisse - und eine neue Liebe - alles verändert?
In die Magie eintauchen
Can I trust you - Philina & Elodie
Band 1: Das Fremde
Urband Fantasy Roman voller Magie, Liebe & Geheimnissen: Philina ist voller Herzschmerz und Selbstzweifeln und wird mit einer Welt konfrontiert, die plötzlich Kopf steht. Kann neue Liebe, Magie und Vertrauen ihr den Weg zeigen?
In die Magie eintauchen
Can I trust you - Philina & Elodie
Band 2: Zweifel und Blackthorn
Queere Fantasy-Romance: Sie ist gefährlich - und doch liebt sie sie... Was ist stärker - Liebe oder Verstand?
In die Magie eintauchenJugendthriller voller Spannung, Liebe & Geheimnissen: Neues Schuljahr, neue Liebe - und ein Geheimnis, das tödlicher ist als jede Prüfung.